Darauf haben die Studierenden der saarländischen Hochschulen lange gewartet: Als letztes (!) der 16 Bundesländer hat nun auch das Saarland angekündigt, die Regelstudienzeit aufgrund der pandemiebedingten Beeinträchtigungen des Studienbetriebs anzupassen. Bereits nach der Sommerpause hatte sich der Wissenschaftsausschuss mit dem Thema beschäftigt. Damals hieß es aus dem zuständigen Wissenschaftsministerium, man könne hier nur im Einklang der Länder handeln.

Inzwischen befinden sich die Studierenden im zweiten „Corona-Semester“, das dritte steht unmittelbar bevor. Das Saarland drohte das einzige Bundesland ohne eine Anpassung der Regelstudienzeit zu werden. Deshalb hatte ich in den letzten Wochen darauf gedrängt, endlich auf die Forderungen der Studierendenvertretungen einzugehen. Denn unumstritten stellt die Pandemie auch die Studierenden der saarländischen Hochschulen vor große Herausforderungen. Viele haben ihre Nebeneinkünfte verloren, es fehlt das gemeinsame Lernen und der Austausch mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen. Die gestiegenen Belastungen drohen sich auch auf die Studienfortschritte auszuwirken.

Um die Rahmenbedingungen für Studierende in dieser Situation zu verbessern, haben sich die Koalitionsfraktionen darauf verständigt, die Regelstudienzeit aufgrund der Einschränkungen im Lehrbetrieb zu verlängern. Damit verbunden wird dann auch entsprechende Anpassung der Bezugsdauer des BAföG sein. Der SPD ist es wichtig, den von der Pandemie betroffenen Studierenden zu helfen und existenzielle Sorgen zu nehmen. Gerade diejenigen, die Gesellschaft und Wirtschaft nach Corona stärken und beleben werden, sollen dazu auch die Möglichkeit haben, ohne dass ihnen durch die Krise Nachteile im Vergleich mit anderen Jahrgängen entstehen. Aber klar ist auch: Es bleibt noch viel zu tun! Die Überbrückungshilfen des Bundes versprechen viel und halten wenig. Wir brauchen eine grundlegende Reform des BAföG. Und wir müssen uns eingehend mit der sozialen Lage der Studierenden beschäftigen und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.